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acht.

Alter Schwede

Als Jugendlicher und junger Erwachsener habe ich gerne Altbier getrunken. Danach ist es ein wenig in Vergessenheit geraten. Wohl auch, weil es in immer weniger meiner Kneipen angeboten wurde.

Damit ist der Stil ein hervorragender Kandidat für einen eigenen Brauversuch.

Das Rezept stammt vom Versandhändler Braumischung.de.

Eckdaten

Stil: Altbier
Alkohol: 4,7 % vol.
Stammwürze: 14,2° Plato
Restextrakt: 5,3 GG%
Bitterkeit: 36 IBU (laut Rezept)
Gebraut am: 8. November 2025
Abgefüllt am: 2. Dezember 2025
Menge: 38,5 Liter, abgefüllt in 37 Flaschen á 0,5 l

Status

Trinkfertig

Das ist drin

Wasser

Leitungswasser aus Osnabrück-Hellern, unbehandelt

Malz

3.622 g Münchner Malz
1.575 g Pilsener Malz
53 g Carafa Typ II Spezial Farbmalz

Hopfen

60 g Spalter Select mit einem Alphasäuregehalt von 4 %. Aromaprofil: „Würzig, kräuterig, blumig, grasig.“

Hefe

20 g (2 Päckchen) Gozdawa Old German Altbier 9 Trockenhefe

So wurde es gebraut

Das Rezept stammt vom Versandhändler Braumischung.de.

Ablauf

So schmeckt es

Die erste Probe nach 2 Wochen hat die Befürchtung bestätigt: das Bier ist deutlich zu süß geraten. Es schmeckt trotzdem, allerdings fehlt die Trockenheit eines Altbiers.

Einordnung in den Bierstil

Alkohol und Bittere liegen mit 4,7 % und 36 IBU im Rahmen eines Altbiers. Die Stammwürze von 14,2° Plato liegt bereits über den üblichen 11 bis 13° Plato. Deutlicher ist der Restextrakt: 5,3 % entsprechen näherungsweise 1,021 statt der stiltypischen 1,008 bis 1,014. Daraus ergibt sich nur ungefähr 64 % scheinbarer Vergärungsgrad.

Der süße Geschmack und die fehlende Trockenheit bestätigen diese Messwerte. Ein Altbier soll weit vergoren sein und trotz kräftiger Malzbasis trocken enden. Die erhöhte Restsüße führt jedoch nicht sauber in einen anderen Stil. Ein Scottish Export wäre zwar malziger und restsüßer, endet aber ebenfalls niedriger, ist mit 15 bis 30 IBU weniger bitter und sollte ein charakteristisches Karamell-, Toffee- und leicht röstiges Profil zeigen.

Fazit: ein zu stark eingebrautes und deutlich untervergorenes Altbier, kein anderer etablierter Bierstil. Die Süße ist als Stilabweichung beziehungsweise Gärproblem zu bewerten.

Gesammelte Erfahrungen

Das Bier hat deutlich zu viel Restextrakt, und ich weiß nicht genau, wie dies passiert ist. Ich habe eher ein wenig kühler als vorgegeben gemaischt. Auch meine Messungen haben dies an sich bestätigt. Möglicherweise war die Temperatur uneinheitlich, vielleicht sogar zu gering, so dass zu viel Verzuckerung in der zweiten Rast stattgefunden hat und dort unvergärbarer Zucker entstanden ist. Temperatursteuerung bleibt mit meinem Setup eine Herausforderung.